Der Modeler ist der Teil von MESTRO, in dem Modelle entstehen. Man öffnet ihn aus der Design-Phase heraus und arbeitet darin wie in einem Modellierungswerkzeug — mit einem Unterschied, der alles verändert: Was hier entsteht, bleibt mit den übrigen Phasen verbunden.
Warum das kein Zeichenwerkzeug ist
Ein gewöhnliches Modellierungswerkzeug kennt nur die Oberfläche des Diagramms: Kästchen, Pfeile, Beschriftungen. Was davor kam — die Prozesslandkarte, die Rollen, die Kennzahlen — und was danach folgt — Umsetzung, Prüfung, Betriebsdaten — liegt ausserhalb.
Der MESTRO Modeler arbeitet auf demselben Datenbestand wie alle anderen Phasen. Eine Aktivität im Diagramm ist dieselbe Aktivität, an der die Analyse ihre Rollen hängt, an der die Umsetzung ihren Code führt und an der die Compliance ihre Kontrollen befestigt. Nichts muss abgetippt werden, weil nichts das Werkzeug wechselt.
Vom Satz zum Modell
Ausgangspunkt ist keine leere Zeichenfläche. Eine formlose Beschreibung genügt — oder das Foto einer Whiteboard-Skizze. Daraus entsteht ein vollständiges Modell mit Aktivitäten, Rollen, Kontrollfluss und Endzuständen.
Entscheidend ist dabei nicht, was die KI vorschlägt, sondern was sie einrahmt: Jeder Vorschlag läuft gegen das BPMN-Schema und gegen die Notationsregeln, bevor er überhaupt erscheint. Was nicht gültig ist, wird korrigiert und erneut versucht. Ein Prozessmodell, das fast stimmt, ist wertlos.
Der Mensch bleibt Autor
Die KI schreibt ihre Vorschläge in ein Arbeitsblatt, nicht in das Diagramm. Die Übernahme ist eine bewusste Handlung — nie ein stilles Überschreiben. Wer den Vorschlag verwirft, verliert nichts; wer ihn übernimmt, hat entschieden.
Diese Trennung ist der Grund, warum man dem Ergebnis trauen kann: Verantwortlich ist, wer freigibt.
Method & Style ist eingebaut
Ein Modell kann der Spezifikation entsprechen und trotzdem unlesbar sein. Deshalb prüft der Modeler nicht nur gegen das Schema, sondern auch gegen die Stilregeln: Gateways formulieren eine Frage, Aktivitäten stehen im Verb-Objekt-Stil, jeder Prozess hat benannte Endzustände.
Wer nach dieser Methode geschult ist, findet sich unmittelbar zurecht.
Notationen und Nachvollziehbarkeit
BPMN 2.0 und CMMN 1.1 sind vollständig unterstützt — beide werden erzeugt, bearbeitet und validiert. MESTRO leitet aus dem Charakter des Ablaufs ab, welche der beiden passt, statt die Wahl dem Anwender aufzubürden. DMN gehört zu unserer Methodenkompetenz, aber noch nicht zum Funktionsumfang.
Jedes Projekt ist ein Git-Repository. Jede Speicherung, jeder Phasenwechsel und jede Freigabe ist ein nachvollziehbarer Eintrag — kein Protokoll daneben, sondern die Arbeitsweise selbst.
Den Modeler sehen
MESTRO steht nicht als Selbstbedienung zur Verfügung. Wir zeigen den Modeler in einer begleiteten Demonstration — gern an einem Prozess aus Ihrem Haus statt an einem Standardbeispiel.